Oftmals beschweren sich Teammitglieder daß sie seit der Einführung von Scrum zu viele Meetings haben. Meiner Ansicht nach ist dies ein klares Zeichen Scrum auf die bestehenden Strukturen drauf gepackt wurde. 

In anderen Worten, die bestehenden Prozesse und Meetings wurden größtenteils beibehalten und die Scrum Veranstaltungen werden zusätzlich verlangt.

Genau dieses Vorgehen ist wie man es nicht machen sollte. Die Grundidee von Scrum ist, daß die Scrum Veranstaltungen existierende Meetings ersetzen – von Sprint Planung, über Sprint Review bis hin zur Sprint Retrospektive. Die Vorplanung, oder das Kennenlernen der Items um was es überhaupt geht, passiert in einem gemeinsamen Refinement Workshop, indem die Teams (Plural !) zusammen mit den Stakeholdern die Anforderungen durchgehen, um die dahinterliegenden Kundenprobleme zu verstehen. In dem gemeinsamen Team-übergreifenden Sprint Review haben die Stakeholdern die Möglichkeit mit dem System zu arbeiten um Feedback zu geben.

In LeSS gibt es nur eine einzige neue Veranstaltung – die sogenannte “Overall Retrospective”. Warum ist die overall Retrospektive wichtig? Ganz einfach! Wir wollen ja das Gesamtsystem optimieren und dazu brauchen wir einfach die Möglichkeit, dass Repräsentanten der Teams, Scrum Master der Product Owner und auch Management zusammenkommen, um gemeinsam die Probleme in der Organisation (dem System) anzugehen.

Zeitverzögerung gibt es daher eigentlich nur wenn diese erste Regel nicht beachtet wird, wenn Scrum auf existierende Prozesse noch oben drauf gepackt wird. 

Natürlich setzt die gelungene Moderation von grossen Veranstaltungen entsprechende Fähigkeiten voraus, die ein durchschnittlicher Scrum Master erst erlernen muss.

Zeitverzögerung durch noch mehr Events?

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